1969 – 1994

Von den Kindertagen bis zum 25-jährigen Jubiläum des TC Riedlingen

Von Horst Etter

25 Jahre Tennissport in Riedlingen - eine lange und faszinierende Zeit für alle, die dabei waren und miterlebten. wie sich dieser Verein von kleinsten Anfängen zu einem heute wohl etablierten Club entwickelte, der über ein modernes Clubhaus verfügt, 6 Plätze in parkartiger Anlage sein Eigentum nennen darf und 300 Mitglieder hat.

Wer dieser heute zum Volkssport zählenden Sportart frönt, die wie kaum eine andere dem Spieler alle menschlichen Empfindungen vermittelt, angefangen von tiefer Niedergeschlagenheit über verlorene Spiele, über Wut wegen des eigenen Unvermögens bis hin zur hellen Freude, sich selbst und den Partner besiegt zu haben, der fragt sich, warum der weiße Sport ausgerechnet in der Schulstadt Riedlingen erst 1969 Einzug hielt.

Schon lange vor uns bestanden in allen umliegenden Städten Tennisanlagen. Woran dies lag, ist nicht exakt zu ergründen, doch Tatsache ist, dass schon vor dem 2. Weltkrieg die Familie Mißmahl in ihrem damaligen Park einen privaten Tennisplatz besaß, der unweit der heutigen Tennishalle Holzhauser lag und der nach dem Kriege buchstäblich verfiel. Er regte aber schon in den Jahren um 1950 Riedlinger Bürger zur Gründung eines Tennisclubs an, deren Bestrebungen leider an Geldmangel scheiterten. Im Jahre 1964 unternahmen die Herren Helmut Rudy vom Postamt, Steuerberater Georg Mayer und der damals noch in Riedlingen wohnhafte Joachim Mack einen weiteren Versuch einer Tennisclubgründung. Etwa 30 Personen standen hinter dieser Idee, doch scheiterte dieses 1. Unterfangen daran, dass kein geeignetes Gelände zur Verfügung stand. Erst im Jahre 1969 fanden sich im Hause Dr. Beck die damals vornehmlich in Saulgau spielenden Riedlinger Tennisspieler ein; so die Eheleute Beck, Hempel, Scheerer und Steinle, die endlich in Riedlingen selbst spielen wollten. Sie gründeten mit weiteren Interessenten am 6.10.1969 den Club, ohne allerdings Gelände für Plätze zu haben oder zu wissen, wie es weitergehen sollte.

Gerade zu jener Zeit traf ich mit Herrn Scheerer, dem damaligen 2. Direktor des Flurbereinigungsamtes zusammen. und wir teilten das große Interesse am Tennis und suchten gemeinsam nach ersten Möglichkeiten, die zunächst in der Benutzung der Versteigerungshalle gefunden wurden. Hier begannen wir ohne Platzkennzeichnung über eine Schnur zu spielen. Zwar war die Fläche gerade ein Spielfeld groß, doch wurde sie von aufsteigenden Bankreihen umgrenzt, was dem Spielbetrieb enorme Schranken setzte; auch die Bälle verschwanden in den Bankreihen und in den Katakomben der Halle, aber der erste Platz war gefunden.

Im übrigen diente dann diese Halle bis zum Jahre 1983 als Trainingsstätte, nachdem wir sie schon bald mit Linien und grüner Farbe gestrichen und unzählige Male von Mist gesäubert hatten. Es galt aber nun, möglichst schnell ein Freigelände zur Erstellung zweier Plätze zu finden. Und dies gelang in relativ kurzer Zeit, denn ich war damals wegen eines Unfalls von Bürgermeister Wetzel als stellvertretender Bürgermeister im Amt und konnte den Gemeinderat von der Notwendigkeit eines sofortigen Grundstückkaufes überzeugen. Nach mehreren Tauschaktionen wies uns die Stadt Riedlingen ein Gelände zwischen dem Zollhauser Bach und der verlängerten Zollhauser Straße zu. Herr Dipl.-Jng. Funk, von Anfang an ein begeisterter Tennisspieler, fertigte die Pläne. Herr Scheerer beschaffte PIaniermaschinen und anderes notwendige Gerät, um mitten in hügeligen Wiesengelände eine plane Spielfeldfläche zu schaffen. Kaum waren ersten Bodonschichten entfernt, stießen wir auf Wasser und Moor . Wie später anhand alter Karten festgestellt wurde, bestand gerade an dieser Stelle früher einmal ein See, der verlandete. Jedenfalls mussten die Maschinen abgezogen und die Tennisplatzträume vorerst begraben werden. Herr Bürgermeister Wetzel setzte sich spontan für den nun schon 40 Mitglieder großen Verein ein und überließ uns in großzügiger Geste das stadtnähere Gelände diesseits des Zollhauser Baches, und zwar in der jetzt noch vorhandenen Größe.

Nun gings ans Werk! Im Frühsommer 1972 konnten dann die Plätze 1 und 2 eingeweiht werden. Ein mächtiges Gewitter verwandelte am Einweihungstag die Anlage in eine Schlammstätte, aber wir hatten nun die langersehnte Anlage und konnten spielen.

70er herren 1Bereits ein Jahr später stand eine 1. Mannschaft, betreut und trainiert von Kurt Mayer, der zu uns gestoßen war, das Amt des Sportwarts und Trainers übernommen hatte und uns die Grundkenntnisse beibrachte.

Die erste Mannschaft bestand aus den Spielern K. Mayer, A. Wollny, L. Lemke, K. Hammer, G. Pfaff und mir. Schon im ersten Jahr stiegen wir auf, was in erster Linie das Verdienst der Spieler Mayer und Wolny war, die Turniererfahrung besaßen und ihren Gegnern so überlegen waren, dass K. Mayer während eines Verbandsspiels seinem Gegner zeigte, wie man richtig aufschlägt. Auch in den Jahren 74 - 76 erreichten wir jeweils die nächsthöhere Gruppe und spielten dann jahrelang in der Bezirksliga.

Schon 1974 gab es eine 2. Herrenmannschaft bestehend aus den Spielern P. Steinle, K. Hempel. J Wiedmaier, F. Holzhauser, R. Hirschmiller und M. Ruoff; seit 1975 auch eine Damenmannschaft, in der S. Hempel, Chr. Lemke, R Holzhauser, M. Seeger. L. Spinner, M. Beck, S. Rössler, F. Brendler, U. Mayer u. a. spielten.

Um die Jugend sorgte sich in rührender Weise Kurt Mayer, der insbesondere die Bambinigruppe aufbaute, aus der u. a Veit Lemke, Markus Ruoff hervorgingen, die im ganzen oberschwäbischen Raum bekannt wurden.

Bereits 1973 zimmerten wir uns ein Tennishäusle zusammen, dessen Rohbau die Firma Linzmeier errichtet hatte. Die Restarbeiten führten wir selbst aus. Nie werde ich die Arbeit mit den Glaswollballen und die blauen Fingernägel vergessen, aber auch die feuchtfröhlichen Stunden, die wir im damals engen Kreis verbrachten. Schon 1974 wurde unser Häusle eingeweiht und vor allem an den Abenden und an den Wochenenden so frequentiert dass oft kein Platz mehr frei war. Was war das für eine gemütliche Atmosphäre, wenn wir am Stammtisch saßen, die alten Gaslaternen entzündeten und bis tief in die Nacht sangen. Mit einer Erweiterung diente uns dieses Häuschen dann bis 1992, also nahezu 20 Jahre lang, bis es unserem jetzigen großen Clubhaus weichen musste.

1977 damen aufstieg in die bezirksligaDa der Club rasch auf ca 150 Mitglieder anwuchs, bauten wir bereits im Jahr 1974 die Plätze 3 und 4, diesmal nach großen Diskussionen glücklicherweise mit Sandbelag . Es ist einer der großen Verdienste unseres leider so früh verstorbenen Eugen Funk, dass er die Plätze nicht aneinanderreihte, sondern sie versetzt anlegte, dazwischen mit Hilfe der Baumschule Schlegel-Evers Bäume und Büsche setzte, so dass fast eine Parkanlage mit Tennisplätzen entstand, die noch schöner wurde, als wir mit Hilfe des von Eugen Funk gestifteten Eugenius Brückle über dem Zollhauser-Bach die Plätze 5 und 6 im Jahre 1982 einweihten.

Schon oft stellte ich mit Stolz die Behauptung auf, wir hätten eine der schönsten Tennisanlagen in Oberschwaben. Seit unser neues Clubhaus steht, gilt dies umso mehr. Die Anlage dient jetzt ca. 300 Mitgliedern; neue sind herzlich eingeladen. Vieles hat sich in den letzten 25 Jahren verändert. Nicht nur das Gelände am Zollhauser Bach, auch der Zeitgeist und die Einstellung der Menschen. Eines ist geblieben und wird fortbestehen: Die Freude und der Spaß an unserem geliebten Tennissport.

 


Einige Eckdaten

6.10.1969: Gründung des TC Riedlingen

Als provisorisches Spielfeld wird der Platz in der Viehversteigerungshalle genutzt.

Diese Halle diente bis 1983 als Wintertrainingshalle.

Die bisherigen Vorsitzenden des TC Riedlingen

1969 - 1973 Alfons Andreas Scheerer

1973- 1978 Frieder Holzhauser

1978 - 1990 Horst Etter

1990 - 1993 Helmut Späth

1994 - 2006 Dr. Heinz Reck

2007-2018 Dietmar Bartnik

Seit 2018 Ralf Laaser

1972 Einweihung der Plätze 1 und 2 (zuerst Hartplätze, später Sandplätze) am Zollhauser Bach.

1974 Einweihung des Tennishäusle. Der Rohbau wurde von der Firma Linzmeier erstellt, die Restarbeiten wurden in Eigenarbeit durchgeführt. In diesem Heim wurden fast 20 Jahre lang Siege und Niederlagen teilweise bis in die tiefe Nacht gefeiert.

1974 Die Plätze 3 und 4 werden gebaut.

1982 Bau der Plätze 5 und 6.

1993 Unser neues Vereinsheim wird eingeweiht.

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